The Future is Female: 4 Bücher von und über Frauen

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Dieses Jahr scheint einiges in meinem Kopf in Gang zu bringen. Zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit habe ich unglaubliche Lust auf Sachbücher. Das Verlangen, meinen Horizont zu erweitern, kennt keine Grenzen. Leider habe ich noch nicht die Zeit gefunden, alle Bücher zu lesen, aber ein paar Perlen sind mir doch begegnet.

Der Jahresstart war aber auch thematisch für mich etwas Besonderes. Wie ich in der Rezension zu »We Should All Be Feminists« schon angedeutet habe, beschäftige ich mich derzeit viel damit, was es heißt, eine Frau zu sein. Deswegen war die Idee für diesen Beitrag nicht weit: 5 Bücher von, für und über Frauen, die mich zum Nachdenken und zum Handeln angeregt haben. Und hier sind sie.

#Girlboss von Sophia Amoruso

Dieses Buch hat mich 2016 wirklich aus den Socken gehauen. Zwar hatte ich von einer Kollegin schon viel Gutes über #Girlboss gehört, als ich das Buch dann aber endlich selber las, weckte es in mir eine lange vergessene Euphorie und Begeisterung.

Im Grunde erzählt Sophia Amoruso von ihrem beruflichen Werdegang, der sie vom Verkauf von Vintage-Kleidung über eBay bis an die Spitze ihres eigenen Mode-Imperiums gebracht hat. Dabei war dieser Aufstieg nicht vorherzusehen. Amoruso hatte zahlreiche Jobs, in denen sie durch absolute Unfähigkeit glänzte. Sie musste den Job erfinden, in dem sie wirklich gut war.

In ihrem Buch #Girlboss spricht sie aber auch viel darüber, welche Attitüde es braucht, um im Leben erfolgreich zu sein. Sie hält ein flammendes Plädoyer für selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Handeln. Leidenschaft, Begeisterung und Disziplin sind für sie dabei der Schlüssel. Insofern finde ich Amorusos Buch nicht nur für Frauen interessant. Ihr »Spirit«, wie man so schön sagt, ist ansteckend und beflügelte meine Gedanken und Leistungen.

How To Be A Woman von Caitlin Moran

Wer in letzter Zeit meinen Blog verfolgt hat, der wird meine Obsession mit Caitlin Morans Büchern schon bemerkt haben. Die Frau ist für mich eine echte Offenbarung. Sie ist absolut undamenhaft und schonungslos und gleichzeitig so schamlos lustig, dass mir das Herz dabei aufgeht.

In »How To Be A Woman« schreibt sie über alles, was sie über das Frau-sein weiß (oder eben nicht weiß). Von der ersten Regel über Gewichtskontrolle und Botox bis hin zu Abtreibungen spricht sie alles an und unterfüttert ihre Meinung mit launigen Anekdoten aus ihrem eigenen Leben.

Anders als in anderen Büchern, die sich damit beschäftigen, was es heißt, eine Frau zu sein, hat Caitlin Moran eine Art an sich, die mir bis ins Herz dringt. Ich bin selbst (im normalen Leben zumindest) keine Frau der feingeistigen Worte, sondern eher derbe, und interessiere mich, wie meine Großmutter sagen würde, für »Jungssachen«. Die Unzulänglichkeiten, die Moran in ihrem Buch des Öfteren beschreibt, was Schönheit und Modebewusstsein angeht, sind mir nicht unbekannt. Daher fand ich es sehr erfrischend, wenn eine Frau sich für die verschiedenen Spielarten des »Frau seins« stark macht. Nur einem erteilt Caitlin Moran eine klare Absage: Frauen, die sich verbiegen, weil sie denken, dass sie es müssen.

Wenn man nicht jedes ihrer Worte auf die Goldwaage legt und auch mal Fünfe gerade sein lassen kann, dann ist »How To Be A Woman« eine Fundgrube an klugen Einsichten und weiblichem Humor. Oder zumindest ist es das, was ich nach dem Lesen empfunden habe.

How To Be Parisian von Anne Berest u.a

Die Pariserin gilt als Prototyp der selbstbestimmten Frau. Warum das so ist, zeigen die vier Autorinnen von »How To Be Partisan« auf. Vom Stilbewusstsein über Kindeserziehung bis zur Frauenfreundschaft sprechen sie alles an, was als »Typisch Pariserin« gilt. Immer mit einem Augenzwinkern versteht sich. Denn die Frauen in diesem Buch sind liebevoll, ulkig, aufgedreht, skandalös und launenhaft, aber gerade das macht sie so lebenswert.

»How To Be Parisian« ist aber auch ein Plädoyer an alle Frau, ihre eigenen »innere Pariserin« zu finden. Die Texte inspirieren das Selbstbewusstsein und gestatten Frauen ihre Fehler zu. Und, um noch ein paar französische Worte in die Runde zu werden, hat das Buch viel Esprit und Joie de vivre. Es ist eine Freude, immer wieder darin zu schmökern.

Du willst noch mehr dazu lesen? Meine umfangreiche Rezension zum Buch findet ihr hier.

Tussikratie von Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling

Dieses Buch ist, wie der Titel bereits vermuten lässt, ein eher kontroverses Werk über den Feminismus. Darin setzten sich die Autorinnen Bäuerlin und Knüpling mit den Schattenseiten des Feminismus auseinander. So beschäftigen sie sich hauptsächlich mit den Argumenten, mit denen Frauen sexistisch gegenüber Männern handeln. Sie prangern weiblichen Sexismus an und sprechen über die Momenten, in denen Feminismus nicht als Bewegung zur Gleichberechtigung beider Geschlechter, sondern zur Diskriminierung von Männern genutzt wird.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Passage über das Pendant der Frauen zum »Old Boys Club« – einer eher elitären Vereinigung von Frauen, die Männer aus ihren Gesprächen ausschließen, so wie sie von Männern ausgeschlossen werden. Auch stellt das Buch die Frage, wie differenziert die Debatte um den Gender Pay Gap und die gläserne Decke ist.

Ich finde das Buch insofern interessant, als dass es einen kritischen Blick auf die Frauen als »Tussikratie« wirft und damit eine andere Perspektive eröffnet. Zustimmen muss man ihr deswegen aber freilich nicht.

Und wie immer freue ich mich über Kommentare. Lasst mich gerne wissen, was ihr denkt oder welche Bücher euch schwer begeistert haben. Bleibt mir nur noch eins zu tun: euch eine gute Restwoche zu wünschen.
Macht das Beste daraus!

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