Mein Rückblick auf die Leipziger Buchmesse 2019

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Meine Idee für diesen Beitrag war eigentlich eine andere. Ich wollte euch darin viele tolle Fotos zeigen und einen detaillierten Rückblick auf die einzelnen Veranstaltungen auf der LBM19 geben. Aber weil ich so sehr im Moment gelebt und die Buchmesse mit allen Sinnen genossen habe, habe ich ganz vergessen, ein paar brauchbare Schnappschüsse zu machen. Deshalb gehe ich heute einen anderen Weg und rede ein wenig darüber, inwiefern diese Leipziger Buchmesse mich persönlich weitergebracht hat. Denn das hat sie. Sehr. Mehr als ich zu hoffen gewagt habe.

Obwohl ich schon seit 2015 auf unterschiedlichen Buchmessen unterwegs war, habe ich mich bisher eher als einen Zaungast betrachtet, der von einem sicheren Platz aus auf das Treiben schaut. Dieses Jahr wollte ich das unbedingt ändern. Ich wollte nicht länger am Rand sitzen und zusehen, ich wollte aktiv werden und mich als Teil dieser Gemeinschaft einbringen. In meinem Fall als passionierte Leserin und vor allem als Autorin.

Mit diesem Vorhaben im Hinterkopf machte ich mich an meine Messevorbereitungen. Ich bestückte meine Goodie Bags und suchte mir ein paar Stände heraus, die ich unbedingt besuchen wollte. Alles in allem fühle ich mich gut dabei, ja, sogar ein wenig euphorisch. Immerhin hatte ich mein Leben nicht grundlos in neue Bahnen gelenkt. Ich wollte und will Autorin sein und auch wenn ich noch nicht viele Veröffentlichungen vorweisen kann, ist die Welt der Bücher doch eben die, zu der ich mich zugehörig fühle. Ich freute mich darauf, in Leipzig dabei zu sein. Ich war nicht einmal besorgt darüber, dass ich ganz allein in der Stadt sein würde. Mir war allerdings klar, dass irgendwann ein Moment kommen würde, indem sich alte Ängste Bahn brechen würden. Aber noch waren sie in weiter Ferne. Also plante und plante ich in aller Seelenruhe vor mich hin.

Erst als ich am Montag vor der Buchmesse meine Koffer packte, überkam mich eine merkwürdige Erkenntnis. Dir ist schon klar, dass du fremde Menschen ansprechen musst, oder?, ging es mir durch den Kopf. Schluck. Ohgottohgott. Panik. Was habe ich mir nur dabei gedacht?

Klar, ganz fremd sind mir meine Bekanntschaften von Twitter und Instagram nicht und ich freute mich darauf, die Menschen hinter den Nicknames persönlich kennenzulernen. Trotzdem überkam mich diese Urangst. Jene Angst, die mich schon mein halbes Leben davon abhält, im Leben voranzukommen: Seit meiner Jugend habe ich große Probleme, fremde Personen anzusprechen und mich vorzustellen. Vor allem dann, wenn diese nicht wissen, wer ich bin. Vor allem dann, wenn ich etwas wirklich will. In meinem Kopf spielen sich Szenarien purer social awkwardness ab. Mein Hochstapler-Syndrom meldet sich. Mir bleibt die Luft weg. Vielleicht gehöre ich ja doch nicht hierher, flüstert mir eine Stimme ein. Vielleicht solltest du dich ganz schnell vom Acker machen.

Zu oft hat diese Stimme dafür gesorgt, dass ich das Weite suchte, wenn ich eigentlich bleiben wollte. Es war an der Zeit, dieser Stimme den Kampf anzusagen. Also fuhr ich am ersten Messetag mit drei meiner Goodie Bags los und nahm mir vor, mindestens eine Unterhaltung aus eigener Kraft in Gang zu bringen.

Wie man sich denken kann, raste mein Herz, als ich auf dem Messegelände eintraf. Meinen ersten Stopp legte ich am Stand des Nornennetzwerks ein. Dort fand ich ein paar bekannte (und auch ein paar unbekannte) Gesichter. Es war toll. Vor allem, dass ich Fantasy-Autorin Katrin Ils persönlich treffen durfte, deren Arbeit ich schon eine ganze Weile verfolgte. Dann lief ich auch noch in Autorin M.D. Grand hinein, die meine Zweifel ein wenig zerstreute. Am Stand des Feder & Schwert Verlags kam ich außerdem mit Katrin Dodenhoeft ins Gespräch, wobei ich herausfand, dass wir uns beide schon vor einer ganzen Weile im Forum des Projekt Star Wars kennengelernt haben. Die Vergangeheit lässt man eben doch nie ganz hinter sich.

Außerdem hatte ich die Gelegenheit mit vielen anderen Menschen zu sprechen, unter anderem Sabine von Ant1heldin und Toni A. Scott von Little Edition. Oder auch Cristina Haslinger und Steffi Wittern, auf die ich unverhofft beim Bookdate Contest von BOD traf. Es waren Begegnugen wie diese, die meine innere Stimme nach und nach zum Schweigen brachten. Okay, es gab immer noch Augenblicke, in denen ich mich socially awkward fühlte. Aber ich schenkte ihnen keine Beachtung. Mehr noch, indem ich meinen Blick schärfte, fiel mir auf, dass ich mit meinen Gefühlen ganz und gar nicht allein war. Das mag paradox klingen, doch indem ich in Leipzig Gleichgesinnte traf – Menschen, die so fühlten wie ich – konnte ich diese Last loslassen, die ich mit mir zur Buchmesse gebracht hatte.

Als ich am Sonntag wieder in den Zug nach Hamburg stieg, war ich um so viele Erinnerungen reicher – und um ein paar Probleme ärmer. Selbst mit einem angeknacksten Immunsystem fühlte ich mich leicht und erleichtert. Ich hatte mich meinen Ängsten gestellt. Ich hatte etwas gewagt. Und ich hatte gewonnen. Das allein macht diese Leipziger Buchmesse zu einem absolut besonderen Erlebnis für mich, neben all den wunderbaren Gesprächen, den tollen Ständen und Lesungen und vielem mehr.

Deswegen kann ich sagen: Ich freue mich auf eine Wiederholung, ob in Frankfurt, Berlin oder im kommenden Jahr in Leipzig. Ich hoffe, wir sehen uns dort. <3


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  1. Mrz 31, 2019 9:16 pm

    Ich finde es toll, dass du diesen ehrlichen Bericht verfasst hast. Ich kann diese Angst aus der Komfortzone raus zu “müssen” sehr gut verstehen und finde es super klasse, dass du es durchgezogen hast. Sie stolz auf fich. Nächstes Mal wird es leichter.

  2. Apr 4, 2019 11:25 am

    Haha, ich gebe mein Bestes! 😉
    Es braucht einfach sehr viel Übung, um die eigenen Ängste zu überwinden und neue Erfahrungen zu sammeln. Es wird sicher noch ein Weilchen dauern, bis ich ganz locker auf Menschen zugehen kann, aber ich bin zuversichtlich. Die Erlebnisse auf der Buchmesse haben mich echt beflügelt. Bin gespannt, wie es beim nächsten Mal wird.

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