Feindesklingen: Exklusive Leseprobe

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{Eigenwerbung}

In sieben Tagen erscheint meine Kurzgeschichte »Feindesklingen« als Ebook. Damit entlasse ich die Vorgeschichte meines Romans »Die Chronik der Herzlosen« in die Welt und ich könnte kaum aufgeregter sein. Zum ersten Mal werdet ihr mit meinen fünf Figuren und ihren Fähigkeiten in Kontakt kommen und ich bin so gespannt, wie das für euch ist. Bevor am 30.10. der Verkauf offiziell startet, gibt’s hier und heute eine kleine Kostprobe aus der Geschichte. Die ersten 3 der insgesamt etwa 20 Seiten langen Story. Mehr zum Buch, dem Vorverkauf und der Veröffentlichung erfahrt im am Ende der Leseprobe. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Anmerkungen aller Art.

Feindesklingen – Exklusive Leseprobe

© 2018 Katharina Jach Die Banditen hatten keine Ahnung, in welcher Gefahr sie schwebten. Sorglos rösteten sie zwei Kaninchen über einem Lagerfeuer und zerrissen die nächtliche Stille des Waldes mit ihrem gellenden Gelächter. Sie machten geschmacklose Witze, äfften die Todesschreie ihrer Opfer nach und berauschten sich am Rotwein, den sie in der Nacht zuvor einem reisenden Händler abgeknöpft hatten. Die Euphorie fachte ihren Übermut an. Rhennon und seine Gefährten beobachteten das Treiben im Lager von ihrem Versteck im Wald aus und lauschten den Fetzen von Trinkliedern, die der Wind zu ihnen herübertrug. Mit jeder schlüpfrigen Textzeile und jedem begeisterten Johlen überkam ihn ein kalter Schauer. Zum Glück würde dieser Unsinn bald vorbei sein. »Als ob sie wollen, dass wir ihnen den Garaus machen«, kommentierte Cerise finster. Rhennon musterte die Frau, die neben ihm im Dickicht hockte und den Schein des Lagerfeuers keine Sekunde aus den Augen ließ. Sie hatte ihr dunkelblondes Haar zu einem kunstvollen Geflecht am Hinterkopf aufgesteckt und einen mit Pelz besetzten Umhang zum Schutz vor der Kälte umgelegt. In ihren mit schwarzer Kohle umrandeten Augen spiegelten sich Ekel und Entschlossenheit. »Mich wundert, dass die Soldaten der Republik noch nicht auf diese Säcke aufmerksam geworden sind«, fuhr sie leise fort. »Sie sind ja nur schwer zu übersehen.« Rhennon konnte ihr nicht widersprechen. Seit die Bluthändler, wie sich diese Strauchdiebe in ihrem Hochmut nannten, die Tochter von Senator Malkat aus dessen Stadthaus in Esquilin entführt und einen Brief mit einer lächerlich hohen Lösegeldforderung zurückgelassen hatten, waren sie mit ihrer Gefangenen von Ort zu Ort gezogen und hatten dabei eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Sie hatten Händler überfallen, Gasthäuser und Dorfschenken aufgemischt und unzähligen Leuten gewaltsam das Geld abgenommen, ohne sich im Geringsten darum zu scheren, ob sie auffielen oder nicht. Es war ein Kinderspiel gewesen, ihnen bis zu ihrem Versteck in den Wäldern zu folgen. Nun konnte Rhennon es kaum erwarten, endlich loszuschlagen und diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. »Du weißt doch, wie das läuft«, flüsterte er. »Die Republik hält sich von der Grenze fern, um Kämpfe mit den Grafschaften zu vermeiden. Solange das Gesindel in den Wäldern bleibt und sich nicht weiter in den Süden wagt, lässt das Militär sie in Ruhe.« »Und das Gesindel kann machen, was es will.« Cerise schnaubte. »Wunderbar.« »Wir kümmern uns darum.« Rhennon wies mit einer vagen Kopfbewegung in Richtung Lager. »Diese Idioten haben nicht mal Fallen aufgestellt. So viel Dummheit ist schon beinahe beeindruckend.« Zu seiner Rechten hörte er ein Rascheln, das langsam näher kam. Kurz darauf tauchte die schlanke Gestalt von Lioness zwischen den Zweigen auf. Mit ihrer dunklen Haut, dem pechschwarzen Haar und der gegerbten Ledertunika war die junge Kriegerin im Dickicht kaum auszumachen. Nur ihre bernsteinfarbenen Augen schimmerten, als wäre das Licht der Sonne in ihnen eingeschlossen. Sie erinnerten Rhennon an die sengende Hitze der Splitterlande, der Heimat der Nemeia, Lioness’ verlorenem Volk. Cerise löste den Trinkschlauch mit dem Wasser von ihrem Gürtel und reichte ihn an Lioness weiter. Die nahm den Schlauch mit einem Nicken entgegen und stillte ihren Durst mit großen Schlucken. Chaucer und Xander, die einige Meter entfernt unter einem Baum Wache gehalten und die Rückkehr ihrer Gefährtin bemerkt hatten, verließen ihre Posten, um ihre Neuigkeiten zu hören. »Was hast du herausgefunden?«, fragte Rhennon. Lioness wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. Die Krallen, die ihr statt Fingernägeln wuchsen, blitzten im Mondschein. Sobald sie sicher war, dass ihre Gefährten versammelt waren, fing sie an zu erklären. »Ich habe zehn Banditen gezählt.« Sie griff nach einem Stock, der neben ihr auf dem Boden lag, schob etwas Laub beiseite und ritzte eine schnelle Zeichnung des Lagers in die Erde. »Zwei stehen mit Blick nach Osten und nochmal zwei patrouillieren um das Lager herum, aber sie entfernen sich nie weiter als ein paar Meter von den Zelten. Und sie haben Fackeln aufgestellt.« Sie markierte die Position der Wachen mit einem Kreuz. »Zwei weitere befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite, aber sie haben mehr Augen für den Wein als für alles andere. Es sollte keine Schwierigkeiten machen, sie auszuschalten. Bleiben noch die vier, die sich unmittelbar beim Lagerfeuer zusammengetan haben. Auch sie trinken, als gäb’s kein Morgen, doch sie lassen ihre Schwerter niemals aus den Augen.« Lioness zeichnete weitere Kreuze in die Erde und markierte das Lagerfeuer mit einem Kreis. »Was ist mit Katalissa?«, fragte Rhennon, der sich die Zeichnung genau einzuprägen versuchte. »Sie halten das Mädchen in dem großen Zelt in der Mitte des Lagers fest. Es liegt in Sichtweite des Feuers und der Wachen. Wird nicht leicht, da reinzukommen, ohne gesehen zu werden.« Lioness hielt inne und ein grimmiger Ausdruck huschte über ihr Gesicht. »Und?«, hakte Chaucer nach. »Ein Mann ist bei ihr«, sagte Lioness ernst. »Ich glaube, er ist so was wie der Anführer. Zumindest hat sich ihm niemand in den Weg gestellt, als er das Zelt betreten hat. Er wirkte ziemlich entschlossen, sich ein wenig zu … vergnügen.« »Dann haben wir nicht viel Zeit«, sagte Cerise grimmig und schloss die Hand um den Griff des Dolches, der in einer Scheide an ihrem Gürtel steckte. »Warte!«, zischte Rhennon. »Wir können nicht einfach in das Lager platzen.« »Können wir nicht?«, fauchte Cerise. »Wir müssen diese Schweine erledigen, bevor sie dem Mädchen noch mehr antun können.« »Ich weiß«, sagte Rhennon beschwichtigend. »Aber sie sind in der Überzahl. Selbst wenn wir ein paar von ihnen auf einen Schlag erledigen, würde der Rest mit Katalissa im Wald verschwinden, ehe wir zu ihr vordringen können.« Cerise warf ihm einen Blick zu, in dem sich Wut und Trauer mischten. Xander musste es auch gesehen haben, denn der Zharen legte behutsam den Arm um sie. »In Ordnung«, sagte sie schließlich und löste die Hand von ihrem Dolch. »Du hast recht. Wie wollen wir vorgehen?« Rhennon biss sich nachdenklich auf die Unterlippe und studierte einen Moment lang Lioness’ Zeichnung. »Was haltet ihr davon?«, fragte er und hob einen zweiten Stock vom Boden auf, um die Skizze zu ergänzen. Rasch markierte er Stellungen rund um das Lager. »Lioness, Xander und Cerise kreisen sie ein«, erklärte er und sah die drei der Reihe nach an. »Löscht die Fackeln, nutzt die Dunkelheit und schaltet sie einen nach dem anderen aus. Dann haben wir bessere Chancen, unbemerkt in das Lager einzudringen und Katalissa zu retten.« »Und was mache ich?«, fragte Chaucer. »Du wirst sie ablenken, während die anderen sich um die Banditen kümmern. Je länger du ihre Aufmerksamkeit auf dich ziehen kannst, desto besser. Ich werde meine Kraft nutzen, um das große Zelt in der Zeit einzufrieren, damit Katalissa nichts geschieht, während ihr euch zu ihr vorarbeitet.« Rhennon markierte eine weitere Stelle, an der er selbst Position beziehen würde. »Außerdem werde ich mir einen Baum suchen, von dem aus ich euch Deckung geben kann.« Um seine Worte zu unterstreichen, berührte Rhennon den Schaft des Bogens, den er um die Schulter trug. Es war kein sonderlich raffinierter Plan. Vielleicht war er nicht einmal besonders gut. Aber mit ein wenig Glück würde er funktionieren. Rhennon betrachtete seine Gefährten. Einer nach dem anderen legte die rechte Hand aufs Herz und stimmte dem Plan mit einem knappen Nicken zu. (…)

»Feindesklingen« erscheint am 30.10.2018

Das Titelbild des Buches "Feindesklingen" mit drei sich überkreuzenden Dolchen vor einem Wald-Hintergrund
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Genre: Fantasy » Low Fantasy/Sword & Sorcery Verlag: BoD – Books on Demand ISBN: 978-3748-12822-9 Länge: ca. 28 Seiten Erscheint: 30. Oktober 2018

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