Bücher über und für mehr Kreativität

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Das neue Jahr ist hier und alle reden wieder über Vorsätze. Gähn! Warum nicht gleich mit dem anfangen, was einem wichtig ist? In meinem Fall wäre das, mehr für meine Kreativität zu tun. Das geht natürlich mit allerhand Kreativitätstechniken (Brainstorming, Mindmapping, etc.), von denen wir alle schon einmal irgendwann, irgendwo im weiten Internet gelesen haben. Für mich funktioniert es aber auch sehr gut, etwas über das Kreativsein zu lesen, um Lust aufs Kreativsein zu bekommen. Und deswegen kommen heute ein paar Empfehlungen aus meinem Bücherregal für euch, die mich besonders inspiriert haben.

Schon im vergangenen Jahr habe ich einem Post diesem Buch gewidmet. Denn: Austin Kleons Steal Like An Artist war ein Augenöffner für mich. Das Buch beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wie wir kreativ sind, sondern auch wie wir andere Künstler als Vorbilder nutzen und von ihnen lernen können. Dabei geht es nicht um Plagiarismus. Genau das Gleiche wie das künstlerische Idol zu machen ist keine Kunst, sondern das Werk des Vorgängers zu nutzen und daraus etwas neues zu entwickeln. Jede Seite des Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer an die eigene Kreativität zu glauben und neue Wege zu beschreiten. Motivation pur!

Kleons Nachfolgewerk Show Your Work konzentriert sich hingegen mehr damit, wie kreatives Arbeiten und Erfolg sich im digitalen Zeitalter verhalten. Anstatt wie einst im stillen Kämmerlein vor sich hinzuarbeiten, plädiert Kleon für einen Blick hinter die Kulissen des eigenen Treibens. Der Künstler sollte nicht länger einsames Genie, sonder digitaler Macher sein. Dabei geht es gar nicht darum, das Manuskript eines Romans kostenlos ins Netz zu stellen. Der Austausch in Blogs, Foren oder an deren Orten oder das Teilen von Tipps oder inspirierenden Erlebnissen gehören zur natürlichen Arbeitsweise einer ganz neuen Generation von Kreativen, so Kleons These. Klingt logisch, oder?

Ein anderes Werk, dass sich mit dem beschreiten neuer kreativer Wege beschäftigt, ist Paul Ardens Egal was du denkst, denk das GegenteilHier geht es um bloß um die Grenzen der Kreativität, die weit weniger eng sind, als man annehmen möchte. Es geht um Risikobereitschaft und dass die Sicherheit eines Brotjobs bloß eine Illusion sein kann. Arden stellt keine geringere These auf als die: Wer immer als richtig macht, der macht etwas gewaltig falsch. Ein Leben mit Risiken gehört zu einem kreativen Leben dazu. Außerdem beschäftigt sich Arden mit Ideen und wann eine Idee gut ist und wann nicht. Dies bezieht sich allerdings weniger auf das Künstlerische Schaffen, sondern mehr auf die kreative Arbeit in Redaktionen und Agentur. Also über all dort, wo kreative Geister angeheuert werden. Sehr amerikanisch.

Ardens bekannteres Buch ist allerdings It’s Not How Good You Are, It’s How Good You Want To Be (auf Deutsch erhältlich unter dem Titel Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst). Dieses wendet sich aber vor allem an Leute aus der Kreativbranche, also der Werbung und des Marketings. Es erzählt davon, wie Kreativität am Arbeitsplatz gedeihen und wie man damit ein florierendes Geschäft entwickeln kann. Arden plädoyiert für mehr Risikobereitschaft und weniger Rechthaberei. Allerdings finde ich seine Annahme, alle Berufskreativen seien notorische Egomanen, denen es einzig darum geht, zu zeigen, wie geil sie sind, etwas zu stereotypisch.

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen von Frank Berzbach ist hingegen ein sehr viel philosophischer Angang an das Thema. Eng verbundenen mit den Prinzipien der Achtsamkeit, widmet sich der Autor dem Kreativsein, in dem er nicht nur möglichen Räume für Selbstverwirklichung, sondern auch die negativen Seiten wie Burnout beleuchtet. Auch hier merkt man dem Buch seine Wurzeln in der Kreativbranche, also der Werbung an, doch lässt sich das alles durchaus auch auf andere Berufe oder frei ausgeübte Künste übertragen.

Freunden der Twitteratur lege ich Auf die Länge kommt es an ans Herz. Dieses kleine Buch ist voll mit witzigen, gruseligen, frappierenden Geschichten, erzählt in 140 Zeichen. Ein wunderbares Beispiel, wie man mit wenigen Worten und der richtigen Idee mächtige Bilder im Kopf des Lesers erzeugen kann.

Etwas akademischer kommt The Storytelling Animal: How Stories Make Us Human daher. Es ist ein Sachbuch von Jonathan Gottschall über die Entstehung und des Sinn des Erzählens, ob nun verbal oder schriftlich. Es ist nicht weniger eine Betrachtung darüber, warum Geschichten essentiell für das menschliche Leben ist, vom Höhlenmensch bis heute. Gottschall erkundet die Aufgaben, die Geschichten in der Gesellschaft übernehmen und wie sie das menschliche Leben bereichern. Er beleuchtet wiederkehrende Muster in verschiedenen Geschichten und die Tatsache, dass unser Gehirn aus nahezu allen Geschehnissen eine Story strickt. Denn ohne zusammenhängende Handlungen ergibt die Welt für uns keinen Sinn.

Dies sind nur einige von vielen Büchern, die meiner Kreativität einen echten Schub gegeben haben. Sie haben mir dazu gebracht, über das nachzudenken, was ich jeden Tag tue, welchen Thesen ich zustimme und welchen nicht. Es hilft, herauszufinden, was man vom Leben und von seiner Arbeit will.

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