Buchblog adé: Was sich auf dieser Seite ändern wird

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Der Anfang eines neues Jahres ist ja die tpyische Zeit, sich mit Vorsätze auf das zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist. Auch für mich ist es der Zeitpunkt, mir klar darüber zu werden, womit ich in Zukunft meine Zeit verbringen will und womit nicht. Spoiler-Alarm! Das Bloggen über Bücher wird künftig nicht mehr dazu gehören. Warum das so ist und was ich stattdessen machen will, habe ich einmal in Schriftform gebracht.

Ein nicht-ganz-so-kurzer Blick zurück

Im vergangenen Jahr blieb ich weit hinter dem zurück, was ich von mir selbst erwartet hatte. Ich schrieb so wenig wie nie, egal ob für den Blog oder in Form von Geschichten. Zwar konnte ich meine Erzählung »Lost City Boys« abschließen (wie hier nachzulesen ist), doch raubte mir auch dieses Projekt über lange Zeit den letzten Nerv. Einzig der Podcast »Hell Yeah Hell No«, denn ich im Sommer mit Steffi von Fieberherz und Aurelia von Geekgeflüster gegründet habe, überstrahlt ein ansonsten aus Kreativsicht eher flaues Jahr.

Das Ergebnis war eine ebenso maue Stimmung in den letzten Monaten. Ich wollte jammern, mich selbst verteufeln. Ich klagte, dass es mit dem Schreiben nicht klappe, weil ich eine elementare Unlust verspürte. Als es dann auch mit dem Lesen nicht mehr so recht klappen wollte, verstand ich mich selbst nicht mehr. Ich stand vor dem Bücherregal und betrachtete die vielen ungelesenen Bücher und spürte nur noch Unwillen. Das war keine Prokrastination mehr, das war eine ausgereichte Lesekrise.

Bei dieser Gelegenheit fiel mir auch das Notizbuch in die Hände, in dem ich mir Stichworte für meine Rezensionen notierte. Ich blätterte durch die Seiten und merkte, wie lange ich nicht mehr darin geschrieben hatte. Monate waren vergangen, seid ich über ein Buch Notiz gemacht, geschweige denn darüber gebloggt hätte. Da musste ich mir die Frage stellen: Wollte ich das überhaupt noch? Oder kannte ich die Antwort nicht schon längst?

Da war mir klar: Es muss sich etwas ändern

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir zeigt sich das Leben gerne mit großer Klarheit, wenn ich einmal kräftig im Kopf aufgeräumt habe. Also tat ich, was ich als nötig empfand. Ich nahm nicht nur nicht an der Reading Challenge teil, ich löschte auch endlich meinen Goodreads-Account. Nach Goodreads war mein Account beim Bloggerportal und der Sub, der Stapel ungelesener Bücher, an der Reihe. Frohen Mutes sortierte ich 20 der 39 Bücher auf diesem Stapel aus. Ich lösche angestaubte Fotos von Büchern, die ich auf Instagram posten wollte, von meinem Telefon. Danach blieb nur noch eine Baustelle: dieser Blog.

Das alles begann 2010 auf Tumblr. Damals hieß der Blog noch »Lieber Literatur als Langeweile« und beinhaltete ein paar halbgare Rezensionen, die aus kaum mehr als einem mit Filtern überladenen Instagram-Foto und einer kurzen Meinungsäußerung bestanden. Als ich dann 2014 auf wordpress.com umzog, nahm ich mir fest vor, das mit dem Bloggen in Zukunft ernsthafter (böse Zungen würden sagen »professioneller«) zu betreiben. Diesem Gedanken folgte ich nichtzuletzt, weil die Professionalisierung von Blogs schon damals thematisiert wurde. Also nannte ich mich »Literaturina«, änderte überall in den sozialen Netzwerken meinen Namen und versuchte damit einen Blumentopf zu gewinnen.

Geschafft habe ich das allerdings nie. Klar, ich habe meinen eigenen Webspace angemietet und mir ein schickes Template gegönnt. Ich habe sogar über 700 halbgare Beiträge durchgesehen und die besten 50 händisch auf diesem Blog eingepflegt. Für einige habe ich sogar neue Fotos aufgenommen. Wirklich Fahrt aufgenommen hat dieser Buchblog aber nicht.

Woran ich scheiterte, war das Produzieren neuen Contents. Dabei wäre es nicht einmal so gewesen, dass mich bestimmte Bücher nicht hätten begeistern können. Ich fragte mich: Was könnte ich bloß über den Herrn der Ringe, über Illuminae oder über The Gentleman’s Guide to Vice & Virtue schreiben, dass nicht ein großer Booktuber schneller, schöner und aktueller hinbekommen hätte? Die Wahrheit ist: Ich hatte nur einfach keine Lust mehr, über sie zu schreiben, und das ist der wahre Tod aller Kreativität. Wenn man keine Freude an dem hat, was man da tut, spürt man das in jeder einzelnen Zeile und jedem einzelnen Pixel. Ich versuchte jemand zu sein, der ich nicht war. Tief in meinem Inneren sah ich mich nie als Buchbloggerin, wesewegen ich meine eigenen Artikel nicht mit dem nötigen Ernst behandelte und auch keinen Ehrgeiz zeigte, wenn es darum ging, neue Posts zu schreiben.

Also ist jetzt endgültig Schluss damit.

Zeit für neue Ziele und andere Prioritäten

Keine Sorge, dies ist kein überdramatischer »Tschüss-und-danke-für-den-Fisch«-Post. Ich tauche nicht ab. Mir ist einfach nur klar geworden, dass es andere Dinge gibt, die ich tun will, als über Bücher zu bloggen. Gefühlt habe ich das wohl schon lange, so richtig bewusst geworden ist es mir erst vor Kurzem.

Der Blog erhält lediglich eine neue Aufgabe. Ich möchte mich hier mit Kreativität im Allgemeinen und dem Fortlauf meiner Buchprojekte im Besonderen beschäftigen. Ich möchte den Blog nutzen, um Ausschnitte aus unfertigen Texten oder Grafiken zu zeigen. Ich möchte über den Blog mit euch kommunizieren und euch für meine Arbeit begeistern. Denn die Arbeit als Autorin ist es, was mich wirklich glücklich macht. Und ich glaube fest daran, dass man das in Zukunft auch wieder in meinen Beiträgen spüren wird. Mein Kopf ist aufgeräumt und die Ziele sind klar. Meinetwegen kann 2018 losgehen!

Die Postings von Autorenkollegen der letzten Tage sagen mir, dass ich mit meinem Wunsch nach Prioritäten und sinnstiftenden Tätigkeiten nicht allein bin. So hat sich Bruno E. Thyke von augenschelm eine Auszeit von sozialen Medien verschrieben und auch Autor Sven Hensel will sich in Zukunft mehr seinen Geschichten als seinem Blog widmen. Vielleicht geht es ja einem von euch auch so?

Ich gebe hiermit jedenfalls den Versuch auf, eine Buchbloggerin sein zu wollen. Und ich fühle mich gut dabei. Die Zeit und die Kraft, die ich durch diese Entscheidung gewonnen habe, kann ich nun für andere Dinge verwenden. Zum Beispiel für das Schreiben und das Gestalten. Es fühlt sich an, als hätte ich den mentalen Staub und die Spinnweben aus meinem Geist gekehrt und mal ordentlich Stoßgelüftet. Ha, herrlich, diese frische Luft!


Bildquelle: Alex Loup via Unsplash.com

  1. Feb 5, 2018 7:41 am

    okay, ich muss mich dran gewöhnen, dass man hier im Kommentarfeld scheinbar automatisch groß schreibt 😀

    Danke für die Erwähnung. ich finde gut, was du machst. es macht keinen sinn, dingen hinterherzujagen, die vielleicht irgendwann mal wichtig waren. wir verändern uns. so auch das, was wir gerne tun. ich bin gespannt, was wir in zukunft von dir zu sehen bekommen.

    lieben gruß

    bruno

    • Feb 5, 2018 4:49 pm

      @Bruno Thyke

      Hi Bruno,

      Herzlich Willkommen zurück aus der Online-Pause. =) Und vielen Dank für deinen Kommentar. Ich fand deinen Beitrag wirklich sehr gut und habe mich sehr angesprochen gefühlt.
      Was die Rechtschreibung in den Kommentaren angeht: Ich hatte schon ein Plugin dagegen installiert, aber scheinbar habe ich das Problem auch nicht wirklich gelöst. Ich muss da mal meinen inneren Sherlock Holmes befragen und auf Spurensuche gehen. Es muss ja einen Grund dafür geben.

      Liebe Grüße und auf bald
      Katharina

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