Beruflicher Neustart mit Autorenleben: Meine Pläne fürs Jahr 2019

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Im letzten Beitrag habe ich ganz konkret über meine Quartalsziele für die ersten drei Monate gesprochen. Heute will ich mal ein wenig über meine allgemeine Lebensplanung plaudern. Denn mit dem neuen Jahr starte ich in einen ganz neuen Abschnitt meines beruflichen Lebens. Damit bin ich einen Schritt näher daran, die Vision, die ich früher einmal von meinem Leben hatte, tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Kind, sei doch vernünftig!

Was ist das für eine Vision, die ich da habe? Nun, wie bei vielen Autor*innen, die in ihrer Jugend mit dem Schreiben anfingen, habe auch ich viele Jahre davon geträumt, daraus irgendwann einmal meinen Beruf zu machen. Und dann kam das Leben dazwischen. Kind macht doch was Vernünftiges … Also studierte ich nach dem Abi ein Jahr vor mich hin, brach das Studium ab und absolvierte dann eine Ausbildung zu Werbekauffrau. Eine Ausbildung, die mir bis heute viele Vorteile bringt (Projektmanagement, hust). Aber bei aller Vernunft haben mich diese Stationen meines Berufslebens mich nicht Begeisterung und Freude erfüllt. Denn das habe ich früh erkannt: Es ist nicht das Gehalt, das meine Arbeit für mich lohnenswert macht. Ja, das Geld kauft mir schöne Dinge, aber mein eigener Konsumismus entwickelte sich mit den Jahren zu einer Ersatzbefriedigung für die fehlende innere Erfüllung. Eine Erfüllung, die ich seit vielen Jahren in der kreativen Arbeiten gefunden habe – beim Schreiben, Zeichnen, Malen, Filmen oder Videoschnitt.

Mit der Umschulung auf die Werbetexterin kam ich dem Ziel zumindest ein wenig näher. Ich verdiente mein Geld mit dem Schreiben, auch wenn es Auftragsarbeiten waren. Was ich damals allerdings nicht bedacht habe, ist: Ein kreativer Beruf hat seinen Preis. Ich habe vollkommen unterschätzt, wie anstrengend es sein kann, acht Stunden an einem Computer zu sitzen und darüber nachzugrübeln, wie man Produkt X vermarktet oder was die beste Content-Strategie für Marke Y ist. Versteht mich nicht falsch, da waren einige ziemlich coole Projekte dazwischen, über denen ich mir gern den Kopf zerbrochen habe. Allerdings blieb mir danach nur wenig Kraft für das Schreiben. Ein Dauerzustand, den ich allzu schnell akzeptierte.

Ich wollte das Schreiben schon aufgeben.

Fast fünf Jahre lang habe ich kaum geschrieben, habe mich regelrecht damit gequält. Oh, wie oft ich mir eingeredet habe, dass ich meinen Traum aufgeben sollte. Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass das Schreiben nur ein nettes Hobby war und es an der Zeit ist, erwachsen zu werden. Soll heißen, meinen Job zu machen, meine Altersvorsorge zu bezahlen und mit dem zufrieden sein, was ich habe.

Doch so ganz ohne zu schreiben ging es nie. Ich schrieb kleine Szenen oder Drabbles. Ich schrieb eine Kurzgeschichte, aus der später meine Erzählung »Lost City Boys« wurde. Und dann machte es auf einmal Klick! Ende 2017 fasste ich den Entschluss, das Schreiben nicht wie ein Hobby, sondern wie eine Priorität zu behandeln. Ab dem 1. Januar 2018 klemmte ich mich dann hinter diese fixe Idee für einen Fantasy-Roman, die seit vier Jahren in meinem Kopf herumgeisterte – und begann mit der Arbeit an »Die Chronik der Herzlosen«. Es war ein Befreiungsschlag, denn mit dem Schreiben hatte ich das Gefühl, wieder zu mir selbst zurückgefunden zu haben.

Ohne einen Brotjob kam ich natürlich nicht aus. Ich arbeitete weiter Vollzeit (was in der Werbebranche auch mal eine 60-Stunden-Wochen bedeuten kann) und zweigte mir so viel Zeit für meinen Roman ab, wie ich nur konnte. Das ging auch eine ganze Weile gut. Bis ich im August, kurz nach meinem 32. Geburtstag zum zweiten Mal in zwei Jahren mit Erschöpfungserscheinungen und Panikattacken ins Krankenhaus musste. Da wurde mir klar, dass ich die Rahmenbedingungen ändern musste. Deswegen habe ich etwas getan, das mir so ungehörig vorkam, dass ich es lange nicht gemacht habe: Ich habe meine Vollzeitstelle aufgegeben.

Brotjob mit gewissen Vorzügen.

Es war eine bewusste Entscheidung, nicht mehr auf die inneren Teufel zu hören, die mir einflüstern wollten, dass ich doch bitte nicht aus der Reihe zu tanzen habe, weil schließlich viele Leute einer Arbeit nachgehen, die ihnen keine Freude gibt. Wie man das halt so macht. Nein, ich gestand mir ein, dass ich nicht Vollzeit als Texterin arbeiten und nebenher als Autorin alles geben kann. Es mag Menschen geben, denen dieser gewaltige Kraftakt gelingt, aber ich bin keiner von. Meine Kräfte sind begrenzt und ich musste mir überlegen, wie ich sie in Zukunft einsetzen will. Da wurde mir klar, dass ich versuchen will, meinen Traum vom Schreiben in die Tat umzusetzen. Ich wollte Zeit, um die Projekte umzusetzen, die mich vielleicht nicht reich, dafür aber umso glücklicher machen würden.

Ein Sofa mit Kissen und einem aufgeklappten Laptop

Mein Sofa ist mein neuer Arbeitsplatz – als Autorin und als Texterin.

Erst dachte ich, mein Weg führe mich ins Leben einer Freelancerin. Am Ende kam’s dann aber anders. Denn einer meiner früheren Creative Directors hatte sich inzwischen selbstständig gemacht und suchte nun eine Texter*in als Verstärkung – und zwar in Teilzeit. Ich hatte unsere Zusammenarbeit in sehr, sehr guter Erinnerung, verstand mit auch mit seiner Frau und Mitgründerin super und war so glücklich über dieses Angebot. So kann ich meinen Beruf weiter ausüben und dabei Projekte betreuen, die mir liegen und Spaß machen. Ich habe weiter den kreativen Austausch mit anderen Menschen meines Fachs. Gleichzeitig bekommt mein Alltag eine Struktur. Mein Leben ist abgesichert, weil ich meine Miete und andere Fixkosten bezahlen kann, und gewinne gleichzeitig so viel Lebenszeit zurück.

Keine Priorität, sondern Profession.

Was hat all das mit meinen Plänen für das Jahr 2019 zu tun? Nachdem ich mich nun hauptberuflich anders aufgestellt und viel Zeit für eigene Projekte gewonnen habe, möchte ich das Schreiben noch fester ins Auge fassen. Was im letzten Jahr eine Priorität war, soll nun teil meiner Profession werden. Ich will eine Autorin sein, ganz offiziell, und all die Dinge ausprobieren, die Autor*innen so machen. Das bezieht sich nicht nur auf das Schreiben selbst, sondern auch auf Nebenprojekte wie einen Newsletter, der Ausbau meines Instagram-Kanals und vor allem die bessere Vernetzung mit Schreibenden und Lesenden. Kurz gesagt, ich habe richtig Bock!

Diese klare Bekenntnis zu meinem neuen Leben hat mir in den letzten 2,5 Wochen einen enormen Energieschub gegeben. Mein Kopf schäumt über vor Ideen, die ich gern umsetzen will. Ich will mich fordern und mehr von mir zeigen. Mein wahres Ich, das so viele Jahre eingesperrt gewesen war, soll endlich mal wieder an die frische Luft. Ich will alles gleichzeitig machen.

Zuerst aber will ich meine Ziele fürs erste Quartal im Auge behalten und so viele von ihnen umsetzen, wie möglich. Ob das klappt, muss ich noch sehen. Wer mir auf Twitter folgt, weiß bereits, dass ich mich mit einem neuen Kurzroman von der Überarbeitung von »Die Chronik der Herzlosen« abhalte. Das ist zwar irgendwie produktiv, war so aber eigentlich nicht geplant. Sei es drum, ich bin viel zu glücklich, um mir deswegen große Sorgen zu machen. Ich freue mich so sehr auf die Reise, die mit 2019 beginnt, und würde am liebsten die ganze Welt umarmen.

Und wie sehen eure Pläne für das Jahr aus? Schreibt’s mir in die Kommentare!
Ich freue mich, von euch zu hören. ^^


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Quelle/Titelbild: Ella Jardim via Unsplash.com

  1. Feb 9, 2019 12:55 pm

    Hey Katharina, ich hab deinen Beitrag mit sehr viel Interesse gelesen und mich total wiedererkannt. Dieses Gefühl, man dürfe doch seine Vollzeitstelle nicht aufgeben und gleichzeitig das Gefühl, dass das nicht das ist, wofür man wirklich brennt und womit man die nächsten 30 Jahre bis zur Rente hauptberuflich verbringen möchte. Es freut mich so sehr für dich, dass du eine Lösung gefunden hast, wie du deine Kosten decken und gleichzeitig zum Schreiben kommen kannst. Das ist so wichtig – und auch der “Brot”-Job profitiert davon, wenn man nicht dauergestresst und -frustriert ist.
    Ich bin gespannt, weiter von deinen Projekten zu hören!
    Liebe Grüße
    Sabine

  2. Feb 10, 2019 7:04 pm

    Liebe Sabine,

    vielen Dank für deine netten Worte. Ja, dieses Gefühl, einer bestimmten Norm entsprechen zu müssen – und sei es nur in beruflicher Hinsicht – ist wirklich stark und oftmals unangenehm. Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein in dem Wunsch ist, das eigene Leben anders zu gestalten. <3
    Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich diese Lösung gefunden habe, auch wenn ich jetzt auf ganz andere Hürden stoße. Aber wie soll man sonst wachsen, was? 😉 Ich freue mich, mehr zu meinen Projekten mit dir und der Welt teilen zu können.

    Liebe Grüße
    Katharina

  3. Apr 22, 2019 4:59 am

    Hallo Katharina,
    Wie ich in meinem anderen Kommentar schon geschrieben habe, geht es mir momentan genauso wie dir. Ich hatte dem Schreiben und meiner Kreativität auch nie die Priorität gegeben, weil mir mein Leben lang eingeredet wurde, dass es ein sinnloses Hobby ist und ich meine Zeit nicht mit Kunst verschwenden soll. Stattdessen soll ich lieber was Anständiges studieren, wo ich irgendwann einen guten Job kriege und viel Geld verdienen kann.
    Letztendlich ist es dazu gekommen, dass ich mein tolles Studium in den Sand gesetzt habe und mir nun nur meine Kreativität geblieben ist. 😀 Ich hoffe sehr, dass du alles schaffst was du dir vorgenommen hast! Es freut mich dass auch andere diese Erkenntnisse hatten. ^-^
    LG, Aurora von https://traumzauberwelten.wordpress.com/

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